Der Marathon ist längst nicht mehr nur ein Ausdauer-Test. Für viele Läufer:innen ist es ein Erlebnis, das auf Social Media gefeiert wird. Gerade Millennials und Gen Z machen große Rennen zum Lifestyle-Highlight: vom Startnummern-Foto bis zum Zieljubel.
Was früher nur im Zielbereich sichtbar war, landet heute in Reels, Stories und Strava-Feeds. Damit wird der Marathon nicht nur gelaufen, sondern auch geteilt – als persönlicher Meilenstein, als Inspiration für andere und als Teil einer aktiven Community. Besonders Großevents wie der Berlin Marathon.
Running im digitalen Zeitalter – was Social Media verändert
Früher galt Laufen als einsamer Ausdauersport. Heute ist es Teil einer weltweiten Community, die ihre Kilometer online teilt und sichtbar macht. Statt stiller Runden im Park stehen digitale Laufgruppen, Strava-Challenges und TikTok-Clips im Mittelpunkt.
Social Media sorgt für eine neue Dynamik: Ein Longrun wird nicht nur gelaufen, sondern auch gefilmt, geteilt und kommentiert. Reels oder Stories erzeugen direkte Interaktion, die wiederum vom Algorithmus belohnt wird – und so entsteht eine Feedback-Schleife, die Läufer:innen zusätzliche Motivation gibt.
Gerade Einsteiger:innen profitieren davon. Wer seinen ersten Zehn-Kilometer-Lauf postet, erhält Zuspruch, Tipps und Likes aus der Community. Das senkt die Einstiegshürde und macht es leichter, am Ball zu bleiben. Auch lokale Runs oder kleine Events bekommen durch User Generated Content mehr Sichtbarkeit und gewinnen neue Teilnehmer:innen.
Formate, die performen (Instagram & TikTok)
Nicht jeder Post funktioniert gleich gut. Manche Formate haben sich im Lauf-Content als echte Reichweiten-Booster etabliert:
- POV-Clips: Laufvideos aus der Ich-Perspektive vermitteln direktes Erleben, vom Start bis ins Ziel.
- Race-Day-Reels: Countdown, Startlinie, Jubel im Ziel – die emotionale Reise in 15 Sekunden.
- Before/After-Posts: Trainingseinheit versus Finisher-Foto, sichtbar gemachter Fortschritt motiviert enorm.
- Karussells: Grafiken mit Pace-Zonen, Trainingsplänen oder Checklisten lassen sich abspeichern und werden gern geteilt.
- Stories: Mini-Umfragen („Longrun morgen – ja oder nein?“), kurze Q&A-Runden oder Behind-the-Scenes-Momente schaffen Nähe.
Neben den typischen Formaten wie Reels, Karussells oder Stories holen sich viele Läufer:innen auch Inspiration von etablierten Influencer-Accounts. Diese Profile prägen nicht nur Trends, sondern liefern auch Ideen für Training, Motivation und den Community-Gedanken.
Wichtig dabei: Authentizität schlägt Hochglanz. Regelmäßige, ehrliche Einblicke funktionieren besser als aufwendig produzierte Einzelaktionen.
Reichweite verstehen – kurz & knackig
Likes allein sagen wenig über den Erfolg eines Posts aus. Für die Plattformen zählen andere Signale stärker:
- Watchtime: Je länger ein Reel oder Clip angesehen wird, desto mehr Reichweite bekommt es.
- Saves & Shares: Inhalte, die gespeichert oder weitergeleitet werden, gelten als besonders relevant.
- Kommentare: Echte Interaktion zeigt der Plattform, dass dein Post Gesprächsstoff liefert.
Auch Timing spielt eine Rolle. Wer feste Rubriken einführt, etwa einen „Tempo-Dienstag“ oder einen „Longrun-Sonntag“, trainiert nicht nur seinen Körper, sondern auch den Algorithmus. Geo-Tags und Hashtags sind hilfreich, wichtiger bleiben aber die richtigen Keywords in deinen Captions.
Community & Glaubwürdigkeit
Reichweite ist das eine, Vertrauen das andere. Wer beim Laufen in den Feeds sichtbar sein will, sollte echte Nähe schaffen. Das gelingt durch aktiven Austausch: Kommentare beantworten, lokale Laufgruppen erwähnen oder anderen Läufer:innen Shoutouts geben.
Auch Transparenz gehört dazu. Wenn ein Post in Kooperation mit einer Marke entsteht, dann sprich das offen aus. Authentizität ist im Lauf-Content wichtiger als perfekte Bilder – und die Community erkennt sofort, ob jemand ehrlich auftritt.
Studien zeigen außerdem, dass soziale Interaktionen auf digitalen Plattformen direkten Einfluss auf das Laufverhalten haben. Auf Strava motivieren etwa die sogenannten Kudos, also Likes von anderen Läufer:innen, dazu, häufiger und länger zu trainieren. Wer Zuspruch aus der Community erhält, steigert nachweislich seine Aktivität und bleibt eher am Training dran.
Diese Effekte machen deutlich, wie stark Community und Dialog wirken können. Positive Rückmeldungen geben Läufer:innen zusätzlichen Schub und zeigen, dass soziale Unterstützung ein wichtiger Treiber für langfristige Motivation ist.
Mini-Leitfaden: So reagierst du auf typische Kommentare
- „Wow, wie schaffst du diese Pace?“ → Dank für das Kompliment + kurzer Trainings-Tipp teilen.
- „Ich überlege, meinen ersten Halbmarathon zu laufen…“ → motivierend antworten, evtl. auf einen Einsteiger:innen-Plan verweisen.
- „Knieprobleme, kennt das jemand?“ → Verständnis zeigen, vorsichtig antworten, evtl. auf Expert:innen-Meinung hinweisen.
- „Gefällt mir nicht…“ → neutral bleiben, nicht provozieren lassen, sachlich reagieren.
So entsteht eine Kultur des Dialogs, die Vertrauen schafft – und das ist die Basis für nachhaltige Reichweite.
Reichweite anschieben – neutral erklärt
Auch die besten Inhalte können manchmal im Algorithmus hängen bleiben. Profile geraten dann ins sogenannte „Tal der Unsichtbarkeit“: Weniger Likes, kaum Kommentare, sinkende Motivation. Genau hier können externe Impulse helfen, um den ersten Schwung zurückzuholen.
Anbieter wie likefy liefern Interaktionen von realen Accounts, etwa Likes oder Views, die einem Post zusätzliche Dynamik geben. Sinnvoll eingesetzt kann das besonders kleinen Unternehmen, Laufclubs oder Einsteiger:innen-Accounts einen Startschub geben. Wichtig ist, solche Impulse nicht als Dauerlösung zu verstehen, sondern als punktuelle Starthilfe.
Langfristig bleibt entscheidend, dass authentischer Content im Mittelpunkt steht. Wer regelmäßig echte Einblicke teilt, die Community einbindet und auf Dialog setzt, baut nachhaltige Sichtbarkeit auf – externe Hilfen können diesen Prozess lediglich anstoßen.
Praxis-Snippets
Manchmal sind es kleine Ideen, die große Wirkung haben. Zwei Beispiele zeigen, wie Lauf-Communitys und lokale Partner Reichweite clever nutzen können:
Case 1: Local Run Club
Ein kleiner Laufverein startete eine wöchentliche Serie auf Instagram: „Mittwochs-Intervalle“. Jede Woche wurde ein kurzer Clip mit der Einheit gepostet, dazu Reposts von Mitgliedern, die mitliefen. Ergebnis: Mehr Sichtbarkeit in der Region und neue Mitglieder, die über Social Media auf den Club aufmerksam wurden.
Case 2: Café sponsert Longrun
Ein lokales Café bot Läufer:innen nach dem Sonntag-Longrun kostenlosen Kaffee an, wenn sie das Angebot in ihrer Story teilten. Das führte nicht nur zu mehr Besucher:innen im Laden, sondern auch zu authentischem Content, der die Community stärkte.
Mini-Toolbox
Damit du direkt loslegen kannst, hier ein paar praktische Helfer und Ideen:
- Apps & Plattformen: Strava-Clubs, Garmin oder Polar liefern Daten, die du kreativ in Content verwandeln kannst.
- Template-Idee für Captions: Hook → Nutznugget → Call-to-Save/Share. Beispiel: „Heute Intervalltraining – 6×400m. Mein Tipp: Pausen kurz halten! Speichere dir das für dein nächstes Track-Workout.“
- Hashtags & Geo-Tags: Lieber gezielt (#berlinrunning, #halbmarathontraining) statt wahllos stapeln.
- Content-Baukasten: Pace-Zonen als Grafik, Wochenplan als Karussell, Selfie vom Longrun als Story.
- Motivationskick: Teile deine kleinen Erfolge (z. B. erster 10-km-Lauf) – die Community reagiert auf Authentizität.
Für die kommende Woche:
7 Dinge, die du posten kannst
- Dein Longrun-Startfoto mit Uhrzeit.
- Ein POV-Clip vom schönsten Streckenabschnitt.
- Screenshot deiner Strava-Einheit mit Emoji-Reaktion.
- Kurzer Tipp zur Regeneration nach Tempotraining.
- Story-Poll: „Läufst du lieber morgens oder abends?“
- Ein „Before/After“-Selfie (erschöpft vs. stolz).
- Deine Playlist oder Podcast-Empfehlung für den nächsten Lauf.
Foto: mary_markevich / stock.adobe.com